Hier kommt Lola − Isabel Abedi über die Dreharbeiten

Isabel Abedi
© privat
Lola ist verfilmt! All das ist, wie Lola sagen würde: wirklich sehr, sehr aufregend. Ich hatte − zugegeben − auch ein bisschen Angst vor dem Film. Angst, dass die Darsteller vielleicht meine eigene Phantasie von Lola beeinflussen würden, im schlimmsten Falle negativ. Und das ist zum Glück gar nicht der Fall. Im Gegenteil! Es ist inspirierend, und ich bin so glücklich, dass ich Zeit hatte, dabei zu sein.
Am 1.September war auf dem Feuerschiff am Hamburger Hafen die „Warm-up-Party“ mit der ganzen Filmcrew und der Regisseurin Franziska Buch. Franziska hat an diesem Abend ihr Team auf die vierzig Tage Dreh „eingeschworen“ und ein wunderbares Plädoyer für die Bedeutung von Kinderbüchern gehalten, und das hat mir Sicherheit gegeben: bei ihr ist „unsre Lola“ in guten Händen. Als am Ende der Rede „Lolas Filmfamilie“ auf die Bühne gerufen wurde und ich mit meiner Familie daneben stand, habe ich mich gefühlt wie Alice im Wunderland.
Meira Durand spielt die Hauptrolle, und ich kann euch sagen, eine bessere Lola hätte ich mir selbst in den schlaflosesten Nächten nicht erträumen können. Für Meira ist es ihre erste Filmrolle überhaupt, aber sie spielt, als hätte sie nie etwas anderes getan, als wäre sie dafür geboren worden. Es ist ein echtes Fest, ihr dabei zuzusehen. Felina Cycykowski steht als Flo ebenfalls zum ersten Mal vor der Kamera und hat mich genauso begeistert. Vor allem wenn man bedenkt, dass man als Schauspieler einen sehr harten Job hat. Denn wer spielen will, muss warten können − und manchmal stundenlang immer wieder das Selbe machen − damit am Ende die beste Szene ausgewählt werden kann.
Jede Menge Spaß hatten wir natürlich trotzdem. Dafür haben unter anderem die Lola Freundschaftsbücher gesorgt, die der Loewe Verlag gespendet hat. Das halbe Filmteam, vor allem die „jungen Schauspieler“, hatte eins, und immer wieder wurde ein neuer Filmfreund gebeten, sich doch bitte einzutragen.
Leider konnte ich nicht jeden Tag beim Dreh dabei sein, aber in der letzten Oktoberwoche hatte ich endlich wieder Zeit, meinem Ruf als "Set Junkie" beim Lola Dreh die Ehre zu machen. Hier waren die Tage bereits gezählt, denn Ende Oktober sollte der Film fertig gedreht sein. Als dann am letzten Drehtag die Ballons in den Himmel stiegen, kam Vanessa Walder zu Besuch. Sie schreibt Kinder und Jugendbücher genau wie ich − und sie hat das Drehbuch zum Lolafilm geschrieben. Und weil sie außerdem meine Freundin geworden ist, habe ich mich über ihren Besuch natürlich doppelt und dreifach gefreut. Und das Happy End vom Lolafilm gemeinsam zu erleben, war auch doppelt schön.
Und dann wurde noch einmal gefeiert. Zum Abschluss der Dreharbeiten hat die Bavaria das ganze Team ins Ehemalige Hauptzollamt in die Hamburger Speicherstadt eingeladen. Dort gab es keine Zollwaren, sondern riesige Hallen mit einem köstlichen Büffet, das im Unterschied zu dem am Filmset auch wirklich gegessen werden durfte. Zum Schluss wurde auch hier kräftig getanzt, diesmal ohne Kamera und Regieanweisungen und bis tief in die Nacht!